Fav_Icon_new-01Fav_Icon_new-01
Linktipp, Unterrichtsmaterial

Stories that Move - Toolbox gegen Diskriminierung - Modul 3: Lebensgeschichten entdecken

Auf einen Blick:

Klassenstufe: 8, 9+

Fachbereich: Land & Leute, Medienbildung

Fächer: Deutsch, Englisch, Fremdsprachen, Geschichte, Politische Bildung, Ethik/Religion/Philosophie, Sozialkunde/Sozialwissenschaft, Alle

Themen: Vielfalt, Diskriminierung, Vorurteile, Reflexion

Vorkenntnisse: keine

Medien und Materialien: PCs (oder Tablets), Internetzugang

Zeitbedarf: 150 min.

Kosten: keine

Medienkompetenzen:InformierenKommunizierenAnwenden

Mehr anzeigen

Die Toolbox »Stories that Move« regt Schüler*innen in fünf Modulen an, sich mit den Thema Diskriminierung auseinanderzusetzen. Hier stellen wir Ihnen das Modul 3 – Lebensgeschichten entdecken – vor.

Worum geht’s?
Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung erleben derzeit in ganz Europa ein starkes Aufleben und beeinflussen auch das Leben junger Menschen. Die Online-Toolbox »Stories that Move« stellt die Stimmen und Erfahrungen von Jugendlichen in den Mittelpunkt. Sie thematisiert Identität und Zuschreibungen, Diskriminierung und Aktivität dagegen sowie die Rolle von Medien in der Verbreitung und Verringerung von Stereotypen. Dabei werden interaktive Online-Übungen mit Gruppenarbeiten kombiniert. Die Lernenden selbst treffen immer wieder Entscheidungen über ihre Lernwege und werden zu Reflexion eigener Bilder und Erfahrungen angeregt.

Die fünf Module der Toolbox
Die fünf Module sind sofort einsatzbereit und umfassen einzelne Unterrichtseinheiten sowie unterschiedliche Aufgabenstellungen. In kurzen Video-Clips erzählen Jugendliche von ihren Erfahrungen mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Hassverbrechen – ihre Stimmen stehen bei den Modulen im Mittelpunkt. Die zu lösenden Aufgaben sind den jeweiligen Unterrichtseinheiten vorangestellt. Sie sollen bei den Schüler*innen eine kritische Auseinandersetzung mit ihren eigenen Positionen und Entscheidungsmöglichkeiten anregen.

Die Module bestehen aus jeweils zwei oder drei Unterrichtseinheiten. Um ein Modul ganz durchzuarbeiten, benötigen Sie drei bis fünf Unterrichtseinheiten von jeweils 50 Minuten, je nachdem, ob Sie Hausaufgaben vergeben oder nicht. Zu jeder Unterrichtseinheit gehören sowohl Gruppen- als auch Einzelaktivitäten, online und offline. Dieser Ansatz entspricht dem heutigen blended learning.

Modul 3: Lebensgeschichten entdecken
Was verraten uns die Schicksale von Einzelpersonen über die Geschichte?

In diesem Modul werden die Schüler*innen:

  • die Geschichten von mehreren Menschen kennenlernen, die Opfer von Diskriminierung wurden. Die behandelten Diskriminierungsformen sind: Diskriminierung von Sinti und Roma, Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung von LGBT+;
  • sich sowohl mit den Erfolgen bei der Bekämpfung von Diskriminierung als auch mit den Kontinuitäten auseinandersetzen;
  • mit historischen Quellen arbeiten;
  • sich in Kleingruppen über die Auswirkungen austauschen, die Diskriminierung auf Menschen hat;
  • eine Präsentation erstellen und vielfältige Geschichten aus unterschiedlichen historischen Epochen kennenlernen.

Für die Offline-Arbeit im Unterricht hat das Anne-Frank-Zentrum eine Sammlung von zehn Lebensgeschichten veröffentlicht. Dieses PDF-Dokument enthält alle Informationen zu den Lebensgeschichten, die die Schüler*innen im Modul 3 erkunden können. Jede Geschichte besteht aus seiner kurzen Biografie, einer Zeitleiste, Zitaten und Quellen der jeweiligen Peron.

Das Modul ist folgendermaßen aufgebaut:

  • Zunächst suchen sie sich selbst eine Person aus.
  • Sie erhalten dann eine Kurzinformation über diese Person, die sie anschließend in einer Kleingruppe mit den anderen teilen.
  • Die Gruppe sieht sich dann die Fotos und Zitate an und wählt anschließend eine Person aus, mit deren Geschichte sie sich intensiver beschäftigen möchte. Eine Chronik mit den Lebensdaten bietet einen Überblick. Die Schüler*innen erstellen als Gruppe eine Präsentation für die Klasse.

Die ausgewählten historischen Biografien sollen einen Beitrag zum interkulturellen historischen Lernen leisten. Obwohl der Nationalsozialismus in vielen der vorgestellten Biografien eine wichtige Rolle spielt, liegt der Schwerpunkt nicht auf einer bestimmten Epoche. Es werden nur wenige Kontextinformationen gegeben. Das Ziel ist vielmehr die Auseinandersetzung damit, wie sich diskriminierende Maßnahmen auf persönliche Lebenswege auswirken. Es wurde Wert darauf gelegt, die vorgestellten Personen nicht nur als Opfer darzustellen, sondern als Menschen mit Lebenswegen und Identitäten, die über das Thema Diskriminierung hinausgehen.

Bitte bedenken Sie: Die Bearbeitung dieses Moduls dauert etwa 150 Minuten.

Handbuch zum Modul 3
Laden Sie das Handbuch zum Modul 3 für Lehrer*innen herunter. Darin finden Sie Tipps und zusätzliche Information zu jeder Einheit

Hier eine Übersicht über die weiteren  Module:

  • Modul 1: Sehen und gesehen werden
    Wie sehen wir uns selbst und andere? Eine Auseinandersetzung mit vielfältigen Identitäten und der Notwendigkeit eines positiven Umgangs mit Vielfalt. Lesen Sie mehr
  • Modul 2: Lebensgeschichten entdecken
    Anhand persönlicher Lebensgeschichten aus unterschiedlichen Zeiten können Schüler*innen Kontinuitäten und Brüche in der Geschichte von Diskriminierung erkennen. Lesen Sie mehr.
  • Modul 4: Medien kritisch nutzen
    Propaganda, Hassreden und die Verbreitung von Stereotypen und Vorurteilen sind Teil der Online-Medien. Lesen Sie mehr.
  • Modul 5: Aktiv werden
    Was bedeutet es, aktiv zu werden? Durch Beispiele von kleinen und größeren Jugendprojekten in ganz Europa werden Jugendliche ermutigt und gestärkt. Lesen Sie mehr.

Einbindung in die pädagogische Praxis

Anknüpfung an den Geschichtsunterricht

  • Das Modul »Lebensgeschichten entdecken« macht anhand von historischen Biografien die Kontinuitäten und Brüche in der Geschichte von Diskriminierungsformen sichtbar.

Die weiteren Module der Toolbox, aber auch das Modul 3 können in verschiedene weitere Fächer eingebunden werden:

Anknüpfung an gesellschaftliche Fächer

  • Die Toolbox regt zu einer Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen an: Diskriminierung, Vielfalt, Identität, die Rolle der Medien für Diskriminierung und Vorurteile sowie die eigenen Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten der Schüler*innen. Es können ausgehend vom Modul »Aktiv werden« auch eigene Projekte gegen Diskriminierung entwickelt und umgesetzt werden.

Anknüpfung an den Sprachunterricht

  • Die Toolbox ist auf Deutsch, Englisch, Niederländisch, Ukrainisch, Slowakisch, Polnisch und Ungarisch verfügbar und eignet sich daher auch für den Einsatz im Sprachunterricht und für internationale Projekte.

Grundsätzlich gilt: Diskriminierung und Medienbildung sind Querschnittsthemen. Daher eignet sich der Einsatz in allen Unterrichtsfächern und in fächerübergreifenden Projekten.

Tipps:
Lassen Sie sich thematisch auch von den DigiBitS-Unterrichtseinheiten „Cybermobbing – erkennen, reagieren, vorbeugen“ und „Fake News: Wahrheit oder Lüge? Manipulation in Bild und Textproduktion“ inspirieren.

Informationen zum Anbieter

"Stories that Move" wurde von Expert*innen aus sieben europäischen Ländern entwickelt. Aus Deutschland war das Anne Frank Zentrum im Team. Das Anne Frank Zentrum ist die deutsche Partnerorganisation des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Mit Ausstellungen und Bildungsangeboten erinnert das Zentrum an Anne Frank und ihr Tagebuch. Es schafft Lernorte, in denen sich Kinder und Jugendliche mit Geschichte auseinandersetzen und diese mit ihrer heutigen Lebenswelt verbinden. Sie lernen gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und sich für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie zu engagieren.

DigiBitS - Tipps zur Unterrichtsgestaltung:

Mein Unterricht plus Medienbildung
Die DigiBitS-Vorlage für Medienbildung im Fachunterricht

Sie möchten dieses Angebot in den Unterricht einbinden?
Nutzen Sie doch dafür unsere DigiBitS-Planungsmatrix für eigene Unterrichtsentwürfe.