Schule gegen Fake News

DigiBitS hat dieses Schuljahr die Initiative „Schule gegen Fake News – Medienkompetenz statt Desinformation“ gestartet. Damit reagiert das Bildungs- und Schulprojekt von Deutschland sicher im Netz auf die Zunahme von Verschwörungserzählungen und Desinformationskampagnen im Netz. Diese nutzen Krisen und Konflikte aus, um mit Falschbehauptungen, Verleumdungen und Verächtlichmachungen ihre zweifelhaften politischen Interessen durchzusetzen. Ihr Ziel: Poltische Gegner zu diskreditieren, die Demokratie zu lähmen und seine Errungenschaften verächtlich zu machen.  Konflikte gibt es reichlich, von der Corona-Pandemie, über den Krieg Russlands gegen die Ukraine bis zum Klimawandel – vieles wird von sogenannten „Troll-Armeen“ geleugnet, verharmlost oder verzerrt und schräg diskutiert.  Eindeutige Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse widerlegen häufig die meist irrationalen Behauptungen und Glaubensätze. Mit Argumenten dagegen vorzugehen, ist allerdings sehr schwer. Ist eine Falschbehauptung widerlegt, was eh schon ein sehr hoher Aufwand ist, wird die nächste Fake News nachgelegt. Es bleibt die Frage: Was tun?

Was Fake News mit Kinder und Jugendlichen macht

Kinder und Jugendliche sind, wir wir alle, im Netz unterwegs, vor allen in sozialen Netzwerken wie YouTube, Instagram oder TikTok. Aber auch in Messengern wie WhatsApp oder Telegram treffen sie auf Fake News, die sie verwirren und irritieren, gar wütend oder im schlimmsten Fall Angst machen. Mit Folgen: Ihr Vertrauen in die Demokratie, in die Welt der Erwachsenen, die ihnen eigentlich Sicherheit und Gewissheit geben soll, wird erschüttert. Die Frage drängt sich auf: Was können Eltern dagegen unternehmen? Was Lehrkräfte an Schulen?

Aber nicht nur in sozialen Netzwerken werden Kinder- und Jugendliche mit Desinformationen konfrontiert. Auch im kleinen Rahmen, zum Beispiel innerhalb einer Schule oder Klasse, können Gerüchte und Falschbehauptungen über andere Schüler:innen zu Irratationen, verknpüft mit Mobbing und Hass zu seelischen und körperlichen Verletzungen führen, vor allem wenn sie ins Netz getragen werden, wenn sie in Klassenchats geteilt, gar bei Instagram oder TikTok veröffentlicht werden und so für alle sichtbar sind. Wie mit sowas umgehen? Wie können Lehrkräfte das Thema im Unterricht aufgreifen? Oder Eltern beraten?

Mit Medienkompetenz Desinformation erkennen

Das Ziel aller muss es sein, Kinder und Jugendliche in ihrer Kompetenz zu fördern, zwischen glaubwürdigen und unglaubwürdigen sowie zwischen sachlich-neutralen, interessengesteuerten und reißerischen Aussagen unterscheiden zu können. Außerdem müssen Schüler:innen mit zunehmenden Altern lernen, die Seriösität ihrer Quellen bei ihrer Recherche zu erkennen. Diese Kompetenz wird Informationskompetenz genannt und eine zahlreicher Medienkompetenzen, die in allen Lehrplänen verankert ist. Das ist einfacher gesagt, als getan. Denn was ist in den Massenmedien, in den sozialen Netzwerken glaubwürdig? Hier gelten einfache Regeln:

  • Prüfe, wer die Aussage mit welcher Absicht verbreitet. Schau ins Impressum. Wer ist der Autor, die Autorin? Welche weiteren, möglicherweise politischen Ansichten verbreitet sie sonst im Netz?
  • Recherchiere im Netz, was Andere dazu sagen. Gibt es weitere News dazu? Können offizielle und renommierte Nachrichtenagenturen, die News, die jemand im sozialen Netzwerk veröffentlicht, bestätigen? Was sagen verschiedene Faktenchecks wie der Faktenfinder der Tagesschau, Mimikama, Hoaxmap oder Correctiv.org dazu?
  • Schau auf die Sprache. Ist sie reißerisch, hoch emotional? Enthält sie wenig recherchierte Fakten, dafür viel Meinung? Oder ist sie eher von Sachlichkeit und hohem Informationsgehalt gepräht?

Darüber hinaus ist es mit zunehmenden Alter notwendig, Kindern und Jugendliche die Motive von Menschen oder politischen Gruppen zu vermitteln, die bewusst Fake News und Verschwörungserzählungen im Netz verbreiten. Ein Gespür für die Wirkungsweisen und Geschäftsmodelle sozialer Netzwerke, die letztlich mit Emotionen, mit Ängsten und Wut, Klicks generieren, sollte im Jugendalter zur Allgemeinbildung gehören.

Die DigiBitS-Initiative: Schule gegen Fake News

DigiBitS wird in diesem Schuljahr – gemeinsam mit den Partnerprojekten Weitklick und Medien in die Schule des Vereins FSM e.V. sowie mit dem DsiN-Partnerprojekt myDigitalWorld – die Initiative „Schule gegen Fake News – Medienkompetenz statt Desinformtion“ starten.

Zum Angebot gehören Unterrichtsmaterialien, um die Themen Fake News und Verschwörungserzählungen im Unterricht umfassend zu behandeln:

Damit nicht genug. Im zweiten Schulhalbjahr 2023 wird DigiBitS in Kooperation mit Weitklick Workshops anbieten, um Lehrkräfte fit zu machen, Informationskompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Außerdem veranstalten wir 2023 gemeinsam mit unseren Partnern einen Aktionstag, um gemeinsam mit Akteuren aus den Bereichen Schule, Medienpädagogik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft ins Gespräch zu kommen. Schauen Sie regelmäßig auf dieser Seite wieder vorbei, um auf dem Laufenden über unsere Materialien und Veranstaltungen zu bleiben.

Angebote unserer Partner

Hier bündeln wir fortlaufend die Angebote unserer Kooperationspartner, sodass Lehrkräfte, sobald sie planen, das Thema Fake News zu unterrichten oder sich fortbilden wollen, hier eine erste Anlaufstelle für passende Angebote vorfinden. Aber auch Eltern werden in Kürze hier spannende Hinweise finden, um mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen.

Klicken Sie auf die Überschriften, um weitere Informationen zu den Projekten zu erhalten.

Seit 2015 würdigt der Jugendwettbewerb myDigitalWorld von Deutschland sicher im Netz jedes Jahr das Engagement junger Menschen für mehr Sicherheit im Netz. Dabei werden herausragende Beiträge von der Jury unter Schirmherrschaft von Bundesminister Dr. Volker Wissing mit attraktiven Sach- und Geldpreisen prämiert – den Gewinnern lockt sogar eine Klassenfahrt nach Berlin! Dieses Jahr dreht sich alles um Fake News, Verschwörungstheorien und Desinformation im Netz. Schulklassen oder Jugendgruppen können Ihre Ideen ab sofort einreichen. Mehr dazu auf der Webssite mydigitalworld.org.

Der DsiN-Digitalführerschein (DiFü) ist ein bundesweit einheitliches Weiterbildungsangebot von Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN) und wird durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) gefördert. Das Projekt ermöglicht es Verbraucher:innen aller Altersgruppen, Kompetenzen hinsichtlich der Sicherheit und des Gebrauchs digitaler Anwendungen zu erlernen und so digitale Dienste im privaten als auch im beruflichen Kontext souverän anzuwenden.

Zum Themenkomplex Fake News und Verschwörungstheorien finden Lehrkräfte im DiFü-News-Artikel „Was tun gegen Fake News und Verschwörungstheorien im Netz?“ wertvolle Hintergrundinformationen. In der Lernzentrale, im Themembereich Kommunikation, gibt es weitere Lerninhalte, Übungen und Prüfungsfragen zur Fort- und Weiterbildung zum Thema.

Mit einem umfangreichen Blended-Learning-Fortbildungsprogramm unterstützt das Projekt weitklick Lehrer:innen dabei, die Themen Desinformation online, Medien- und Meinungsbildung dauerhaft und anlassbezogen in den Unterrichtskontext zu integrieren. Das kostenfreie Angebot umfasst Onlinekurse, Unterrichtsmaterialien, Webinare und Vor-Ort-Veranstaltungen und richtet sich vor allem an Lehrer:innen ab der Sekundarstufe I an weiterführenden allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Es sind keine Vorkenntnisse im Themenfeld notwendig. weitklick ist ein Projekt der FSM.

Die Unterrichtsmaterialreihe Medien in die Schule bietet zahlreiche Unterrichtsanregungen und mediendidaktische Werkzeuge rund um digitale Medien. Lehrer:innen der Sekundarstufen I und II können damit Jugendliche bei der kompetenten Nutzung ihrer Leitmedien begleiten, sie für Gefahren sensibilisieren und ihnen Handlungsmöglichkeiten vermitteln. Die Materialien werden unter einer offenen CC-Lizenz bereitgestellt, sie können kostenlos herunterladen und genutzt werden. Dabei werden vielfältige Themen der Medienbildung behandelt: Sichere Internetnutzung, Jugendmedienschutz, Hate Speech, Meinungsbildung im digitalen Raum, Desinformation, Machine Learning u.v.m. Medien in die Schule ist ein Projekt der FSM.